Freitag, 6. November 2009
Cool oder nicht cool...
In meiner Jugend war ich eine derjenigen die den Begriff "fremdschämen" wohl erfunden haben oder besser gesagt andere dazu gebracht haben den Begriff zu definieren - ich kann es leider nicht anders sagen - das fing schon bei der Wahl der Kleidung an - stolz trug ich karottenförmige Jeans auf denen Flicken mit Fransen appliziert waren uuuuuuund darauf waren tanzende Tomaten mit Cowboyhut und Lasso (ich fasse es nicht dass ich das wirklich aufschreibe...). Drüber dezent ein ballonförmiger Pullover mit Bündchen und Karotten drauf (man merkt die Leidenschaft fürs Essen....) - Halbstiefel mit Tennissocken mit den obligatorischen bunten Streifen am Bund haben den Look vollendet. Wäre ich zu der Zeit etwa 4 Jahre alt gewesen und nicht 14 hätte man es glatt noch als niedlich durchgehen lassen können. Die Haare wurden in stundenlanger mühsamer Arbeit und dosenweise Haarspray nach allen Seiten weggestellt - vorallem das Pony - im Grunde hätte ich auch mit ner Stricknadel in die Steckdose fassen können - wäre schneller gewesen und hätte den gleichen Effekt gehabt....
Doch nicht nur der Style - nein - ich hatte auch die angepasste Einstellung zu den Klamotten. Es gab eine legendäre Party im Kolleg St. Josef in Ehingen das als Internat diente auf der ich (dauerverliebt in Jungs die sich freiwillig mit mir nie gezeigt hätten) einen legendären Tanz-Act hinlegte - ich konnte genau einen einzigen Tanzschritt - ein in meiner Wunschvorstellung vermeintlicher Breakdance - den konnte ich vorwärts-rückwärts und rechtsrum-linksrum. Tja und genau das hab ich dann auch gemacht...3 Stunden lang am Stück....ich fass es nicht dass ich das wirklich niederschreibe. Meine Freundinnen haben ja versucht mich zu retten - aber meinem Enthusiasmus vermeintlicher Coolness war nichts entgegenzubringen - ich habe mich damit wahrlich die in die Geschichte des Kollegs eingetanzt. Es gibt davon ein Video - ich weiss es, weil die Jungs die dort wohnten sich das wochenlang nach den Hausaufgaben im Kollektiv reingezogen haben um sich fröhnend meiner Ausdauer in punkto Peinlichkeit hinzugeben und damit den Launepegel erheblich zu steigern. Ich bete inständig zu Gott dass dieses Video nie auf Youtube auftaucht - damit brächte ich es locker auf Platz 1 der Handy Downloads und sämtlicher Pannen-Video-Shows.
Es gibt unzählige Geschichten dieser Art bis ich endlich annähernd 18 wurde und lernte dass sich "cool" wohl anders definieren könnte. Heute bin ich aus meiner Sicht nun wirklich stilsicher - ich habe gelernt zu moderner Popmusik besser ganz beschäftigt am Glas nippend und lediglich mit den Hüften wippend am Rand zu stehen und mich in jegliche Art von Beschäftigung zu stürzen ausser Tanzen - ich habe gelernt besser meinem Friseur und meinen Freunden zu vertrauen als den kometenartigen Geistesblitzen wenn ich eine Zeitschrift durchblättere - ich habe gelernt dass sich unnötige Körperbehaarung an den Beinen entfernen lässt und sich so unter Nylon schlicht nicht mehr abzeichnet - ich habe gelernt dass kreischend durch die Gegend zu laufen bei Anblick eines begehrten Objekts nicht cool sondern auffällig ist - ich habe gelernt dass Bodies mit U-Bootausschnitt nicht cool sind und wenn überhaupt trägt man die drunter - nicht drüber.
Nun ja, ich mag mich nicht freisprechen von sämtlichen Peinlichkeiten - gerade meine Familie und meine Freunde wissen um die Überraschungen die mein Temperament und meine Gedankenlosigkeit so birgt und für so manch prekäre Situationen sorgt - aber ich bemühe mich um Schadensbegrenzung - denn ich find es cool dass mein Sohn mich cool findet :-)
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Es war einmal...
Die letzten Wochen waren sehr turbulent aber nun hat uns der gewohnte und dann bewusst so geliebte Alltag wieder - und dazu gehört auch mein Blog :)
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist das Handwerken mit meinem Mann - nicht des Handwerks wegen sondern vielmehr des Spaßes wegen - ich bin mit einem sehr üppigen Humor ausgestattet wenn es vorallem auch um Schadenfreude diesbezüglich geht - sowohl bei mir als auch bei meinem Mann.
Nun denn - ein Einbauschrank in Pablos Zimmer sollte Objekt meiner amüsanten Begierde werden. Ganz in gewohnter Manier hab ich die Planung übernommen, alles zurecht gemessen und hab die Arbeit dann meinem Mann überlassen - um als Aussenstehende natürlich gebührend urteilen zu können.
Ich muss dazu sagen - der Schrank ist umwerfen geworden und besser als ich es geplant hatte - allein schon dewegen weil mir im Laufe der Bauphase immer bessere Features eingefallen sind die natürlich augenblicklich der höchsten Priorität erforderten, wehe der Akkuschrauber war nicht in sekundeschnelle zur Seite gelegt um sich meiner wahrhaft fantastischen Ideen gänzlich annehmen zu können - seien sie realisierbar oder nicht.
Bei den letzten Regalen hab ich dann das gemacht was viele Männer wahrscheinlich als ein genetisches Phänomen bezeichnen würden - ich konnte mm-genau und präzise wahrsagen!!
Das klang dann so:
"Schaaaahhhatz - der Schrank sieht toll aus - aber das Reagl ist schief!"
Und das aus dem Augenwinkel zwischen Tür und Angel im Vorbeihuschen *gg*
Spätestens dann beginnt das was mir an der Handwerkerei mit meinem Mann seit so vielen Jahren (um genau zu sein sind es jetzt mittlerweile 12 Jahre) diesen unglaublichen Spaßfaktor bringt. Was folgt ist ein Schlagabtausch vom feinsten - denn mein Mann ist mit unsagbarem Selbstvertrauen gesegnet also wird erstmal gekontert:
"Ne ne du - das passt so"
also leg ich ne Golfball drauf der eindeutig nach rechts rollt....
"Findest du DAS passt? Erklär das mal dem Ball"
es wird die Waage angelegt und gemessen...
"Mensch - das ist schief - versteh ich gar nicht - du - ich glaub die Wasserwaage ist kaputt!"
das ist der Moment in dem selbst ich mal sprachlos wurde um die Fassung wieder zu erlangen....
"Kaputt? Ich dachte da eher an falsch gemessen oder verbohrt"
- alles was jetzt gemacht wird würde das städtische Vermessungsamt vor Neid erblassen lassen
"Ich habs - das Regal ist schon grade - die Wand ist schief!!!!"
Vor lauter Ungläubigkeit meinerseits über die Dreistigkeit des Putzes sich nicht angemessen zu verhalten, kommt die kaputte Wasserwaage an der schiefen Wand zum Einsatz - na ja und wie das sich mit zwei negativen Dingen verhält - sie heben sich auf - also - die Wand ist grade. Ungläubiges Bestaunen des unbekannten Bauobjektes und 10 Minuten später ist die Lösung scheins gefunden:
"Na klar - dass ich da nicht gleich drauf gekommen bin!!! Der Holzboden ist verzogen und deswegen ist das Regal schief"
Ich für meinen Teil benötige an dieser Stelle meistens eine Toilettenpause bevor da vor Lachen noch was daneben geht und da ich ja nicht als besserwisserisch gelten will einigen wir uns letztlich drauf dass das ganze schlicht eine optische Täuschung ist und schrauben das Regal krumm an die Wand um nachher optisch ein grades zu haben :D
Dienstag, 25. August 2009
Von dicken Wälzern und dicken Walzen...
Nun, was ist passiert? Im Grunde nichts und doch ganz viel - ich hab mich nach langer Pause wieder meinen Büchern gewidmet - meterlangen historischen Romanen mit meist mehr als tausend Seiten. Zum völligen Unverständnis meines Mannes, da meine eher ungeduldige Natur es nicht zulässt so einen Schinken zu geniessen - nein - er muss verschlungen werden, ich kann es nicht abhaben nicht zu wissen wie es endet - also lese ich es meist in 2 Tagen.
Das bedeutet im Klartext dass es mich nur noch in lesender Form gibt, meine Konversation auf das mindeste beschränkt und diverse blaue Flecken an den Schienbeinen bei den unbeholfenen Versuchen während des Laufens auch noch ein paar Seiten zu lesen. "Extreme reading" nannte mein Mann es früher - heute hat er weit abschätzigere Begriffe für meine plötzliche Abwesenheit aus dem Alltag, die von mir erst wieder gestraft werden wenn ich es wage aus dem Buch aufzusehen.
Nun, ich stelle fest ich werde nicht jünger - bis morgens um 2 Uhr lesen bedeutet dass ich kaum noch Buchstaben sehe, mein Nacken ist nicht mehr nur verspannt - sondern eher einem einzigen Jammerfeld gewichen und ich hatte diverseste Albträume von den mittelalterlichen Handlungen und mich morgens selbst gescholten vielleicht doch etwas weniger exzessiv an solche Dinge heranzutreten und direkt wieder verworfen als das Buch verführerisch nah an meiner Kaffeetasse stand und sich mir quasi unabdinglich anbot.
Aber es gab auch noch dicke Walzen am Wochenende - ein Oldtimertreffen auf der schwäbischen Alb sorgte für hemmungslose Begeisterung bei meinen Männern. Denn nicht nur PKWs sondern vorallem die aufpolierten Traktoren und Landmaschinen in Reih und Glied sorgten für Freude.
Was wahrhaftig weniger Grund zur Freude bereitet ist die Laune meiner Tochter - die 2 durchbrechenden Zähne verleihen ihr das herrische Temperament einer wildgewordenen Bärin und ich hatte die Tage ernsthaft in Erwägung gezogen mir über den Nutzen der 2 blankgezogenen Attentäter Gedanken zu machen - essen konnte sie vorher schon prima - wozu der unnütze Stress und tyrannische Unterton in meinem sonst so harmonischen Heim? Ich kam zu dem Schluss dass sich Lippenstift später sicher nicht schön aufträgt wenn dem von innen nichts Halt gebietet - also werden auch diesem Sturm im Wasserglase Einhalt gebieten. Denn die wildgewordene Bärin hat auch den Charme eines italienischen Gigolos dem die Familie hoffnungslos verfallen ist seit sie zur Welt kam und ihre Untertanen in Zeiten der Tyrannei immer wieder beschwichtigt :D
Montag, 17. August 2009
Play ganz viel - Playmobil!!
Wir hatten ganz lieben Besuch aus Köln und mit insgesamt 4 Kindern im Haus war ordentlich was los.
Ich muss kleinlaut revidieren - wir zählen nun zu den Playmobil-Anhängern :D
Zugegeben - sie fallen immer noch um und es gibt noch kleinere Teile als Manschetten - aaaaaaaaber das Playmobilland macht wirklich Spass.
Auch wenn ich noch an der Ansprache im Park arbeiten musste - ich habs schlicht nicht hinbekommen die bösen 4 Buchstaben aus meinem Wortstamm zu verbannen - also hab ich das Personal dauernd nach irgendwelchen LEGOS gefragt - waren aber alles "friendly People" so stands auf deren Arbeitsbekleidung und da hab ich dann immer ganz dezent draufgestarrt wenn ich die sinkenden Mundwinkel bemerkt hatte als ich versehentlich Legos herausbrachte.
6 Stunden später - und nach unzähligen Kletterexpeditionen, Erkundungen, "Oooohs und Ahhhhs" und ordentlichen Gleichgewichtsstörungen die mir auf der Hängebrücke zum Piratenschiff zuteil wurden nachdem wir fast 10 Minuten brauchten um heil an Land zu kommen waren alle platt - wir Eltern mehr als die Kinder...
Da mussten wir noch den Höllenparcour bestreiten - den Ausgang - der liegt nämlich hinter dem unglaublich umfangreichen Playmobil-Shop - selbst in Rom am Colosseum ziehen einem Taschendiebe nicht so schnell das Geld aus der Tasche wie dort! Man verfällt nach einem Tag voller kleiner und großer Playmobilsachen in eine Art Kauf-Trance wenn man da hindurch wandert - also sind wir mit vollen Taschen aber leuchtenden Kinderaugen auch heil und mit nur geringen Blessuren durch diesen Teil gekommen.
Alles in allem - Kölle Ahoi an unsere lieben Freunde - wir freuen uns aufs nächste Mal :)
Sonntag, 9. August 2009
Einfach nur...Bob pur!

Ausgiebig Zeit genug um sich zu stärken und die Bobbahn von allen Seiten zu begutachten haben Pablo und ich uns auf den Weg gemacht - ein Tag zum Helden zeugen - wieso nicht auch um Rekorde zu brechen? Vorab gesagt - Pablo und ich haben wohl den rekord gebrochen, aber nicht den der schnellsten Abfahrt. Die Logik der Bremse hat sich mir wie schon erwähnt nicht ganz erschlossen, sprich - wenn man an dem Hebel zieht der einem zwischen den Beinen währt - dann bremst man. In meiner Vorstellung entsprach der Knüppel eher dem Sinn sich ordentlich daran festhalten zu können - wer weiss wie schnell das Ding wird??
Freitag, 7. August 2009
Ein Award!!!

Das Weiterreichen an 10 Personen kann ich noch nicht erfüllen, so viele kenn ich in der Bloggerwelt noch nicht näher und halbherzig mag ich ihn nicht "abschieben"
Nun denn - was für 5 Dinge tue ich wohl gerne? Hmmm, ich mache vieles gerne aber vor allem
Nr. 1 - Reden
Ich liebe es mich zu unterhalten oder zur Not auch zu telefonieren oder den Messenger zu quälen - wenn sich niemand findet kann ich auch Hotline-Mitarbeiter belästigen - die müssen mir zuhören, das ist ihr Job *gg*
Manch böse Zungen könnten behaupten ich höre mich selbst gerne reden....
Nr.2 - Kochen
Meine absolute Leidenschaft - ich liebe es zu kochen - nicht unbedingt nach Rezepten und Mengenangaben, sondern wild aus dem Kühlschrank - ich bin ein großer Fan der mediterranen Küche, liebe frische Kräuter und ich liebe Nachtische - ich kann ausgezeichnet kochen - allerdings auch gerne mit natürlichen Geschmacksverstärkern wie Sahne und Co. Ich mag die klassische aber auch die innovative junge Küche - ich mag Tim Mälzer und Sarah Wiener - aber keine Sterne Köche die tausende von Stippchen und Krümelchen und extraordinären Zutaten zum kochen verwenden die man entweder nirgends bekommt, oder nie mehr braucht oder schlicht grausig schmecken - gute Zutaten auch wenn sie einfach sind machen ein perfektes Gericht aus.
Nr. 3 - Restaurieren
Ich liebe alte Möbel - ihnen bürdet meist eine Geschichte und viele Erinnerungen an und die tragen sie in sich - gut - Motten, der Geruch nach nicht gelüfteter Wohnung oder Keller haftet ihnen auch an - aber das lässt sich beseitigen. Ich mag es den Möbeln wieder ein geischt zu geben und sie stolz in neuem Glanz erstrahlen zu lassen - ich liebe es an ihnen im Vorbeigehen zu streifen und zu wissen dass schon ganze viel Leben um sie herum passiert ist. Nach den ersten holprigen versuchen mit dem Ablaugen vpn alten Lacken habe ich Schritt für Schritt zu schätzen gelernt wieviel Liebe in ein Möbelstück passen kann - ich kenne mich mit nahezu jeder Art von Schleifmaschine aus und beim Hornbach begrüßen sie mich mit Handschlag - jedes Stück ist eine kleine Reise und besitzt damit die erste Geschichte im neuen Glanz.
Nr. 4 Fotografieren
Eine digitale Spiegelreflex Canon EOS 450d nenne ich mein eigen und damit lässt sich so allerhand Blödsinn treiben wenn man zu faul ist sich die Blendenbedienung und Belichtungsfunktionen im Handbuch anzuschauen - sagen wirs mal so - meine Kamera und ich befinden uns noch in der Eingewöhnungsphase - wir üben mit- und aneinander (das ist wie beim ersten Date - wir fummeln quasi noch - alles Vorspiel) und ich hoffe die vielen Rätsel der vielen Knöpfe irgendwann für mich erschlossen zu haben und über das Automatikprogramm hinauszukommen.
Nr. 5 Gärtnern
Im Garten arbeiten beruhigt mich - und das ungemein - ich könnte stundenlang meine Buchsbäume schneiden, die das einzig ordentliche Element in meinem ansonsten eher Bauerngarten anmutenden Mini-Anwesen sind - es gleicht mich aus und ich könnte es mit der Nagelschere tun nur damit sie runder werden. Mein Mann sieht das nur nicht gerne weil er der Meinung ist das ist die viele Sonne die mir die Sicht auf vernünftiges Gärtnern in dem Moment trübt - er verkennt die wahre Spiritualität in der Tätigkeit - auf gut Deutsch - Humbug *gg* Ich bin eine von denen die auf ihre Blumen starrend durch die Beete wandert in der Hoffnung sie heute wachsen zu sehen oder sich einfach davon zu überzeugen dass sich keine Nacktschnecken gemeiner Weise darüber hergemacht haben um sie in flagranti erwischt auf der Schaufel ein paar Flugstunden zu lehren.
Ok - Kurz gesagt - Reden, Kochen, Restaurieren, Fotografieren, Gärtnern - es geht auch in der Kurzform :-D
Donnerstag, 6. August 2009
Über Nichtigkeiten und Wichtigkeiten

Man sucht immer nach den ganz großen und besonderen Momenten die einem möglichst lange und nachhaltig in Erinnerung bleiben sollten, die auf Bildern verewigt werden und die als Trophäe für Prahlereien dient.
Aber sind es wirklich die großen Momente die auch bedeutsam sind?
Als ich heute im Auto aus der Stadt fuhr kam ich durch die Baumallee, ich bin die Strecke schon ungefähr tausend Mal gefahren - und heute hatte ich wohl den richtigen Blick dafür - die Sonne fiel weich durch die Baumkronen, die Strasse in goldenes Licht getaucht, mein Lieblingslied lief und meine Kinder zufrieden und ausgeglichen mit scherzen beschäftigt - ein Moment der mir klar machte wieviel unsagbares Glück das Leben für mich birgt - überwältigend zu erkennen - ich hätte genauso an den Niagara Fällen stehen können, so beeindruckt war ich von dieser kleinen Wichtigkeit.
Zu glauben dass ein einziger Flügelschlag eines Schmetterlings die ganze Welt verändern könnte sollte etwas sein was wir nicht nur unseren Kindern zugestehen sollten um sie wenn sie dafür bereit sind eines besseren belehren zu wollen - denn letztlich wissen wir es nicht besser - also "warum eigentlich nicht"? Die Dinge zu genießen wie sie sind in ihrer Gänze und mit all ihren Facetten ist im Grunde einfacher als sie anpassen zu wollen an Normen die für alle gemacht sind - und sollte ich je Bilanz ziehen müssen was ich aus meinem Leben gemacht habe, möchte ich guten Gewissens sagen können es in vollen Zügen gelebt zu haben ohne meine Zeit damit verschwendet zu haben ein Leben zu leben das anderen gefallen würde.
Genug der philosophischen Ausflüge, die im Allgemeinen so selten sind wie meine Näh-Exkursionen - ich hatte einen wundervollen entspannten Tag und hatte Pizza zum Frühstück....warum eigentlich auch nicht :-)
Dienstag, 4. August 2009
10 Kilo Salami aus der Schneiderei...
Wir hatten beschlossen unser Familienbett umzubauen da sowieso jeder inklusive Hund bei uns schläft - und weil nun alles recht tief verbaut ist musste eine Abpolsterung her - um genau zu sein eine Art Stillkissen die einmal um alles rumreicht - einziger Haken an der Sache - bei Ikea gibt es so individuelle Objekte schlicht nicht( ich hab es aber per Mail an den Service gerichtet warum sie so lebensnotwendige Objekte die der Kindersicherung dienen nicht im Sortiment hätten, die gute Frau vom Schweden wird denken ich hätte unter der Hitze den Verstand verloren). Alle die nähen können wohnen nicht in realistischer Nähe zu mir. Also mussten Opfer gebracht werden und ich habe mich trotz meiner rudimentären oder besser gesagt nicht vorhandenen Nähfähigkeiten entschlossen das Projekt "Bett abpolstern" selbst in die Hand zu nehmen.
Um es gleich vorneweg zu nehmen - das wird eine der seltenen Exkursionen in die fremde und gefährliche Welt der nähenden Frauen meinerseits bleiben - es hat kein Feuer der Leidenschaft in mir entfacht, so wie schon bei manch anderen - für mich gibt es für solche Zwecke gute Freunde und zur Not Ikea.
Das Ergebnis eines ganzen Abends an der Nähmaschine und einem ganzen Tag mit mehr als mühseligem Stoff krempeln und Stopfen ist:
Zu deutsch:
die Wurst!
Das war die liebevolle Bezeichnung (ich weigere mich strikt das abschätzig zu werten für all die Mühe) von Pablo für meine stolze Präsentation.
"Oh Mama!!! Du hast eine Wurst genäht! Eine riesen Wurst! Die schönste die ich je gesehen habe!!!"
Also hab ich halt eine Wurst genäht - so das Resumee von 2 Tagen harter Arbeit auf fremdem Terrain.
Samstag, 1. August 2009
Symphonie aus dem Kräuterbeet...
Ich behaupte von mir eine gute Köchin zu sein und nach 12 Jahren kommt mein Mann immer noch gerne zum Essen nach Hause, also kann es so schlecht nicht sein. An dieser Stelle drängt sich regelrecht die Frage auf ob mein Mann es sagen würde wenn dem nicht
so wäre - was wiederum die Frage aufwirft ob das klug wäre. Genug der hypothetischen Annahmen - ich bin eine ausgezeichnete Köchin! (Wenn man von dem kleinen Malheur mit den Pfannkuchen mal absieht, die auf unzumutbare Arbeitsbedingungen zurückzuführen sind)
Donnerstag, 30. Juli 2009
Von heilenden Steinen und heissen Pfannen...
Das Resultat zweier wirklich ungehaltenen Terroristen war das Mittagessen - geplant waren Pfannkuchen mit Bolognesefüllung - aber vor lauter Gezeter, Weinen, Trotzen und all den anderen kreativen Einfällen - waren etwas zu dunkel geratene Crepe mit einer etwas charakterstarken Hackfleischsoße.
Ich beschloss den Rest des Tages lieber im Garten und vor dem Haus zu verbringen, lieber riss ich Unkraut heraus, bevor die wenigen Haare noch dran wären. Eine nörgelnde Ines im Tragetuch auf dem Rücken war fleissig damit beschäftigt zu testen ob die Haare angewachsen sind oder man nur fest genug dran ziehen muss um sie aus dem extra hochgebundenen Haargummi zu bekommen. Pablo hingegen fröhnte seiner Leidenschaft der Theatralik und beschrieb so ungefähr jedem Spaziergänger und Nachbarn lebhaft und mit ausreichend Gestik dass wir ein neues Mittagessen hatten und ob sie auch schon "verbranntes Ding mit schaaaaaaarf" gegessen hätten, wenn nicht - kein Problem - wir hätten noch genug über.
Ob die edlen Steine nun ihrer Wirkung alle Ehre machen oder doch nur hübsche Zierde sind? Ich weiss es nicht - aber wir haben trotzdem einen ruhigen Tagesabschluss gefunden und nun liegen beide Kinder selig schlafend in ihren Betten und meine Armbänder wieder an ihrem Aufbewahrungsort - bis zum nächsten Mal.
Mittwoch, 29. Juli 2009
Take me home...
Meine Cutaway Westerngitarre mit Piezo
Sie ist wunderschön, hat einen fantastischen Klang und ich liebe sie,
sie ist mir wie auf den Leib geschneidert - schmiegt sich auf wundervolle Art und Weise an meinen Körper - wir sind seelenverwandt - bis mir die Stahlseiten wahrscheinlich die ersten blutigen Finger bescheren werden - aber das ist ein annehmbarer Preis für ein so schönes Instrument.
Dienstag, 28. Juli 2009
Zeitzeugen einer großen Liebe...
Ein verzweifelter Versuch meinerseits diese ganz besondere Liebe zu retten war ein mehr als radikaler Rückschnitt der mir echt die Tränen in die Augen trieb und es wird sicher ein paar Jahre dauern - aber dann hoffe ich dass meine große Liebe zu mir zurückkehrt und ich morgens durch die taunassen Blüten streifen kann damit mich der Duft begleitet.
Ich altere nicht - ich mariniere...

Aber - wie ist das mit dem "alt sein"?
Gespräch mit meinem fast 4-Jährigen:
"Mama - bist du alt?"
"Hm Pablo - weiss nicht - ich glaub nicht"
"Mama - ich bin schon fast 4! Und du?"
"Pablo, Mama ist ein bisschen älter - Mama ist 30!"
"Mama - ist das alt?"
"Nein ist es nicht"
"Mama - was ist es dann?"
Gute Frage - was ist es dann? Ich habe Bilanz gezogen - die ersten grauen Haare an den Schläfen hab ich schon seit Pablos Geburt - die werden konsequent ausgerissen wenn kein Friseurtermin zum Färben in absehbarer Zeit ansteht.
Wenn ich morgens nach unruhigen Nächten dem Bett entsteige lassen sich Abdrücke meiner bevorzugten Liegepositionen nicht vermeiden, gerne auch mit dem Muster der Bettwäsche - um 11 Uhr sieht man die immer noch, man könnte nicht meinen dass ich um 7 Uhr aufsgestanden wäre...
Bei meinen Geburtstagsgeschenken war das ein oder andere Anti-Aging-Produkt dabei - ich frage mich heute noch für wen die wohl seien....
Jugendliche auf der Strasse oder beim Einkaufen sagen "Sie" zu mir - und das bestimmt nicht weil ich so damenhaft aussehe....
Wenn ich von einem Teenie spreche kommt keiner auf den Gedanken das mit mir in Verbindung zu bringen - egal wie deutlich ich es auch versuche....
Kein einziger Verkäufer will mehr meinen Ausweis sehen und selbst wenn ich ihn dann vorsorglich schon mal aus dem Geldbeutel ziehe wird mit einem müden Lächeln abgewunken ...
Merke - 2 Zöpfe wie Pipi Langstrumpf machen mich nicht jünger - dafür aber lächerlich....
Jaaa, das alles sind meine Impressionen des letzten Jahres - und was soll ich sagen - ich werde alt - und ich werde es gerne :) Ich bin ruhiger (auch wenns kaum messbar scheint) , ich bin in der Lage Situationen erst zu erfassen bevor ich der Meinung bin sie ändern zu wollen und ich habe gelernt dass Altern auch bedeutet Erfahrungen zu sammeln, damit senkt sich so manche Fehlerquote.
Das ist also die Quintessenz mit der ich in das dritte Jahrzehnt starte - mal sehen was die nächsten 10 Jahre mir bringen